
Hildegard von Bingen
(* 16. September 1098 in Bermersheim; † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen)
Kurzvita:
Hildegard von Bingen war eine Mystikerin, deren Leistungen heute von unterschiedlichen Disziplinen wie Medizin, Biologie und Musik anerkannt werden.
Ihr selbstbewusstes, charismatisches Auftreten führte zu ihrer großen Bekanntheit. Sie predigte als erste Nonne öffentlich dem Volk die Umkehr zu Gott. Kaiser Barbarossa berief sie zu seiner Pfalz Ingelheim, um Rat zu suchen.
Sie wurde für viele Menschen zur Wegweiserin wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensart, und schon zu ihren Lebzeiten nannten viele sie eine Heilige. Ihre moralische Lehre faszinierte zu ihrer Zeit nicht nur die Nonnen, sondern auch Mönche, Adlige und Laien. Mit bewundernswertem Selbstbewusstsein setzte sie ihre Interessen gegen andere durch, nicht zur persönlichen Bereicherung, sondern aus Überzeugung.
Ihre umfangreiche Korrespondenz mit hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern (darunter auch Bernhard von Clairvaux) ist in ca. 300 Schriftstücken erhalten geblieben. Dabei zeigte sich ihr außergewöhnlich starker Charakter und Gottesglaube. Für diese Zeit erscheinen ihre offenen Worte und Ermahnungen, die sie gegenüber König und Papst führte, als besonders bemerkenswert. Die Besetzung höchster Kirchenämter durch Verwandte (u.a. ihr Bruder Hugo als Domkantor von Mainz) verschafften ihr den nötigen Einfluss, um angehört zu werden.
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