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Bestellnummer: 9783886340644

Die jüdische Frage

Eine marxistische Darstellung

Autor
Abraham Leon
Verlag
MEHRING Verlag
Produktinformation
Geisteswissenschaften/Kunst/Musik, 205 Seiten, Sprache: Deutsch, 210 x 137 x 20mm
L¿ geht von einem streng materialistischen Standpunkt an die j¿dische Frage heran: Nicht die j¿dische Religion und Kultur erkl¿ seiner Ansicht nach, weshalb sich die Juden als gesonderte gesellschaftliche Gruppe erhalten haben, sondern ihre Rolle in
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Produktbeschreibung

L¿ geht von einem streng materialistischen Standpunkt an die j¿dische Frage heran: Nicht die j¿dische Religion und Kultur erkl¿ seiner Ansicht nach, weshalb sich die Juden als gesonderte gesellschaftliche Gruppe erhalten haben, sondern ihre Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser Rolle, wie sie sich ¿ber die Jahrhunderte hinweg ver¿ert hat, sp¿rt er in allen Einzelheiten nach und erkl¿ daraus sowohl den Fortbestand der j¿dischen Religion als auch die Wurzeln des Antisemitismus, mit dem andere gesellschaftliche Gruppen wiederholt auf das Judentum reagiert haben. Die Ursache des modernen Antisemitismus, der im Rassenwahn der Nazis seine extremste Form fand, entdeckt er im Niedergang der kapitalistischen Gesellschaft. Hatte der Kapitalismus in seiner Aufstiegsphase die Juden noch assimiliert und integriert, so erweist er sich dazu in seiner Zerfallsperiode nicht mehr in der Lage: Die furchtbare Krise der kapitalistischen Ordnung im 20. Jahrhundert hat die Lage der Juden unerh¿rt verschlechtert. Den aus ihren wirtschaftlichen Positionen im Feudalismus verdr¿ten Juden gelang es nicht, sich in die im Aufl¿sungsproze¿befindliche kapitalistische Wirtschaft zu integrieren. In seinen Krisenanf¿en verwirft der Kapitalismus selbst jene j¿dischen Elemente, die er sich noch nicht v¿llig einverleibt hat. ¿erall entwickelt sich ein w¿tender Antisemitismus in den Mittelschichten, die an den kapitalistischen Widerspr¿chen zugrunde zu gehen drohen. Das Gro¿apital bedient sich dieses elementaren Antisemitismus des Kleinb¿rgertums, um die Massen um die Fahne des Rassismus zu mobilisieren. Die Juden werden zwischen zwei Systemen zerrieben: dem Feudalismus und dem Kapitalismus, von denen jeder den F¿nisproze¿des anderen vorantreibt. Der Zionismus entstand als Reaktion auf diese Entwicklung. Doch dieselbe Entwicklung macht ihn auch zur Illusion: Das j¿dische B¿rgertum ist verpflichtet, mit allen Mitteln einen eigenst¿igen Nationalstaat zu schaffen und den objektiven Rahmen f¿r die Entfaltung seiner Produktivkr¿e zu sichern und das zu einer Zeit, wo die Bedingungen einer solchen Entwicklung l¿st vor¿ber sind... Man kann ein ¿el nicht ohne seine Ursachen beseitigen. Der Zionismus aber will die j¿dische Frage l¿sen, ohne den Kapitalismus, die Hauptquelle der j¿dischen Leiden, zu zerst¿ren. Abraham L¿, geboren 1918 in Warschau, schlo¿sich in Belgien als Sch¿ler der zionistischen Jugendbewegung Hashomer Hatzair an. 1940 brach er mit dem Zionismus und wurde Mitglied der trotzkistischen Vierten Internationale, deren belgische Sektion er w¿end des Krieges leitete. Aktiv an der Untergrundarbeit in belgischen Fabriken und an der antifaschistischen Propaganda unter deutschen Soldaten beteiligt, wurde er im Juni 1944 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Er starb im selben Jahr in der Gaskammer.

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