Ein Unternehmen der Kirche.
Bestellnummer: 122615

Ein weites Herz

Autor
Matthias Wegner
Verlag
List Taschenbuch
Produktinformation
366 Seiten, 13 x 18 cm, kartoniert
Das Leben der Isa Vermehren ist geprägt vom Umbrüchen: In den 1930er Jahren erlangt sie in Berlin Bekanntheit als Kabarettistin und noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs konvertiert sie zum Katholizismus. Diese Biografie liest sich wie ein Roman.
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Produktbeschreibung

Die zwei Leben der Isa Vermehren

Das Leben der Isa Vermehren ist geprägt vom Umbrüchen: In den 1930er Jahren erlangt sie in Berlin Bekanntheit als Kabarettistin und noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs konvertiert sie zum Katholizismus. Als ihr Bruder 1944 zu den Engländern überläuft, wird sie und ihre Familie in Sippenhaft genommen. Sie durchläuft mehrere deutsche Konzentrationslager bevor sie 1945 befreit wird. Nach dem Krieg studiert sie Theologie und tritt ins Kloster ein. Ihre Biografie liest sich wie ein spannender Roman über ein bewegtes Frauenleben.

Über Isa Vermehren:

Isa Vermehren (1918-2009) war eine in vieler Hinsicht ungewöhnliche Frau. Ihr Leben und Wirken strahlt auch über ihren Tod hinaus. Genoss sie zuerst als von Vitalität und Begabung förmlich berstende Sängerin, Akkordeonspielerin, Kabarettistin (bei Werner Finck!) und Schauspielerin jubelnden Beifall und Zuneigung, so errang sie später liebende Verehrung, ja – auch durch das Fernsehen! – Ruhm als glaubensfeste Ordensschwester und souveräne Schulleiterin. Zwischen beiden Stationen lag die NS-Zeit, in der Isa Vermehren, ihre Eltern und beide Brüder aus bizarren Gründen Verfolgung und KZ-Haft überstehen mussten – eine tief greifende Erfahrung, von der die Siebenundzwanzigjährige noch im Jahr ihrer dramatischen Befreiung in dem Buch »Reise durch den letzten Akt« bewegend erzählt hat. Auf den scheinbaren »Bruch« in ihrem Leben angesprochen, meinte sie (gegenüber dem SPIEGEL, 2004), ihre zahlreichen Kabarett- und Filmauftritte hätten »Spaß gemacht, aber ich habe auf der Bühne nie meine Bestimmung gesehen. Ich suchte schon damals nach einer Sinnmitte, nach etwas, wofür man leben und sterben kann«.

Noch als umjubelte Künstlerin konvertierte sie 1938 vom evangelischen zum katholischen Glauben. Nachdem sie ein Studium in Deutsch und Englisch, Theologie und Philosophie nachgeholt hatte, trat sie 1951 in den Orden des Sacré-Coeur ein und blieb auch nach dessen Lockerungstendenzen bis zuletzt die einzige Schwester im schwarzen Habit: »In dieser Kleidung kann ich ins Gefängnis gehen ebenso wie zur Königin von England«. Sie bezeichnete sich als »krachtraditionalistisch«, aber wer ihr begegnete, spürte schnell, dass dies nur die eine Seite war. Ihre Bereitschaft, gegensätzliche Meinungen, Grenzen und Schwächen zu respektieren, machte sie in allen Fragen von Moral und Erziehung, Bildung und Fürsorge, Glaube und Unglaube zu einer Instanz auch für Menschen, die allem Religiösen gegenüber Distanz halten.

Unzählige Schülerinnen an den von ihr geleiteten Mädchengymnasien in Bonn und Hamburg blieben ihr zeitlebens verbunden, holten sich bei ihr Rat und Hilfe in allen Lebenslagen oder strömten einfach zu ihr, um mit ihr vergnügt zu feiern. Christentum und Pädagogik in ihrem Sinne hieß, Rituale und Traditionen mit Leben zu erfüllen und zu achten, ohne sich den Anforderungen der Moderne zu verschließen.

Auf die Frage, wie Gott das Leid der im »Dritten Reich« Gequälten und Ermordeten zulassen konnte, antwortete sie einmal: "Die KZs hat nicht der liebe Gott eingerichtet, sondern wir Menschen. Ich würde also den Spieß umdrehen und sagen: Wie kann der Mensch etwas so Schreckliches zulassen? Ich denke, Auschwitz ist die Welt, die die Menschen sich bauen, die von Gott nichts mehr wissen oder wissen wollen." Sie kannte die grausigen Seiten unserer Welt aus leidvoller Erfahrung nur allzu gut – ihre ansteckende Kraft, Menschen aller Altersstufen bei der Suche nach einem erfüllten und würdevollen Leben zu beflügeln, hat darunter nie gelitten. Tiefer Ernst und mitreißende Fröhlichkeit waren das Markenzeichen dieser Frau, an die zu erinnern niemandem schwer fallen wird.

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