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Bestellnummer: 9783150070031

Eine Bibliothek der Weltliteratur

Autor
Hermann Hesse
Verlag
Reclam Philipp Jun.
Produktinformation
Geisteswissenschaften/Kunst/Musik, 45 Seiten, Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 147 x 95 x 7mm
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Produktbeschreibung


Informationen zum Autor
Hermann Hesse, 2. 7. 1877 Calw (Württemberg) - 9. 8. 1962 Montagnola (Schweiz). Der Sohn einer pietistischen Missionarsfamilie ¿oh im Alter von 14 Jahren aus dem (zum Theologiestudium hinführenden) Seminar Maulbronn, begann nach weiteren Internatsaufenthalten 1894 eine Mechanikerlehre in Calw, 1895 eine Buchhändlerlehre in Tübingen. Von 1899 bis 1903 arbeitete er als Buchhandelsgehilfe in Basel. Der große Erfolg des 1903 in der Neuen Rundschau vorabgedruckten Romans Peter Camenzind machte ihn ¿nanziell unabhängig. Er lebte zunächst in Gaienhofen (Bodensee), von 1912 an - nach einer Indienreise - in Bern und schließlich seit 1919 in Montagnola im Tessin. 1923 wurde er Schweizer Staatsbürger, 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. H.s frühes Werk (Lyrik, Erzählungen) ist der Romantik verp¿ichtet. Das gilt auch für seinen ersten Roman, der an der Begegnung des Ich-Erzählers Peter Camenzind mit der Welt (die ganze Schäbigkeit der modernen Kultur) zeigt, dass das Glück allein im stillen Winkel, in einem naturverbundenen Leben in mythischer Ursprünglichkeit zu ¿nden sei. Bleibt hier die Zeit- und Gesellschaftskritik mit ihrer konservativen Antwort auf die Krise der modernen Gesellschaft wenig konkret, so führt H. wenig später in einer der damals modischen Schul- und Schülergeschichten die Deformation und Zerstörung des Menschen durch ein rigides und steriles Erziehungs- und Gesellschaftssystem drastisch vor Augen (Unterm Rad). In den folgenden Jahren traten Probleme des menschlichen Zusammenlebens in der Ehe und die Frage nach dem Verhältnis von Künstler und Gesellschaft in den Vordergrund. Ein Neubeginn setzte mit Demian nach einer psychoanalytischen Behandlung in Luzern (1916) ein, die eine tiefe Depression als Folge der Schrecken des Krieges und familiärer Krisen heilen sollte. Der unter dem Pseudonym Emil Sinclair erschienene Roman, eine ¿ktive Autobiographie, beschreibt auf Grund dieser Erfahrungen die Geschichte einer Jugend als einen Prozess der Selbst¿ndung und -deutung, die mit ihrem Versuch, einen neuen Anfang angesichts der zerstörten alten Ordnungen aufzuzeigen, große Resonanz bei der Generation der Kriegsheimkehrer fand. Die indische Dichtung Siddhartha nimmt das Thema der Selbst¿ndung auf, nun in fernöstlichem Gewand, während H. mit dem Steppenwolf wieder zur westeuropäischen Gegenwart zurückkehrt und vehemente Zivilisationskritik mit der Darstellung einer tiefgreifenden Lebens- und Künstlerkrise verbindet. Hoffnung verheißt eine zweite, höhere, unvergängliche Welt, repräsentiert v. a. durch Goethe und Mozart. Trotz dieser letztlich 'bürgerlichen' Grundtendenz wurde der Roman zu einem Kultbuch der amerikanischen Alternativ- und Drogenkultur und trug wesentlich zu der dann auch auf Deutschland zurückwirkenden H.-Renaissance der 60er-Jahre bei. In dem Roman Narziß und Goldmund, im Mittelalter angesiedelt, erzählt H. in der nun nicht mehr bekenntnishaften, sondern objektivierten Geschichte einer Freundschaft vom Dualismus von Natur und Geist und seiner Überwindung durch die Kunst. H.s Schaffen gipfelt in dem Spätwerk Das Glasperlenspiel, das Motive und Vorstellungen früherer Werke aufnimmt, etwa den Gegensatz von vita activa und vita contemplativa und von Leben und Geist oder das Thema der Selbst¿ndung. Die Suche nach sich selbst bezieht sich aber jetzt nicht mehr so sehr auf das eigene Innere, sondern zielt vielmehr auf ein Aufgehen in einem überindividuellen geistigen Ganzen. Das Glasperlenspiel, die Geschichte des Magisters Ludi Joseph Knecht, spielt in der Zukunft und beschreibt mit dem Orden der Kastalier eine (rein männliche) geistige Elite, die sich gegen den hemmungslosen Individualismus des feuilletonistischen Zeitalters (d. h. des 19. und 20. Jh.s) und den daraus resultierenden geistigen Verfall zur Wehr setzt, die überlieferten Werte der Kultur und Wissenschaft bewahrt und sie in einer sich stetig verfeinernden Symbol- und Geheimsprache zu einer großen, disziplinübergreifenden Synthese zu führen sucht. Diese ¿ndet ihren Ausdruck im kombinatorischen Glasperlenspiel. Der Ausbruch des Helden aus dieser hierarchischen Gemeinschaft und das offene Ende des Romans zeigen die Ambivalenz dieses Entwurfs einer pädagogischen Provinz. Sie ist einerseits ein Gegenbild zur Entwicklung in Deutschland und bezeichnet den Widerstand des Geistes gegen die barbarischen Mächte (H.), andererseits re¿ektiert H. die Problematik einer Utopie des Geistes, die sich elitär von der Gesellschaft abschließt und den geschichtlichen Wandel negiert. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. ( UB 17664 .) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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