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Bestellnummer: 9783861100270

Literarisches Leben - Umschreibungen der Literaturgeschichte

Autor
Eva D. Becker
Verlag
Röhrig Universitätsverlag
Produktinformation
Geisteswissenschaften/Kunst/Musik, 234 Seiten, Sprache: Deutsch, 210 x 148 x 18mm
Umschreibungen soll heißen, daß es in einigen der hier zusammengestellten Studien um die Veränderlichkeit oder auch die immer neue Erfindung der Literaturgeschichte geht. Diese Sicht habe ich durch meinen Doktorvater Friedrich Sengle
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Produktbeschreibung

Umschreibungen soll heißen, daß es in einigen der hier zusammengestellten Studien um die Veränderlichkeit oder auch die immer neue Erfindung der Literaturgeschichte geht. Diese Sicht habe ich durch meinen Doktorvater Friedrich Sengle gelernt. Umschreibungen kann aber auch heißen: marginales Schreiben - Schreiben an den Rändern der Literaturgeschichte. In München stieg ich 1965 in ein von Wolfgang Langenbucher und Peter Glotz initiiertes Projekt ein, die 'Geschichte des literarischen Lebens' (in Deutschland, im 19. Jahrhundert); nach zwei Jahren wurde es abgebrochen, weil der mitplanende Verlag einging. Es war noch zu früh für eine Literaturgeschichte mit sozialen Aspekten in der Bundesrepublik. "Marginal" nannte ich das, als ich 1967 zu Helmut Kreuzer an die Universität des Saarlandes kam. Wenige Jahre später projektierte eine ganze Reihe renommierter westdeutscher Verlage "Sozialgeschichten der Literatur" (und sie heißen jetzt immer noch so, auch wenn Soziales in manchen Bänden nicht mehr vorkommt). "Marginale Gattungen" war der Titel einer Tagung in Kassel, bei der ich 1992 (mit Barbara Sandig) über Autobiographien von Frauen referierte; "marginal" bezogen auf das Schreiben von Frauen. In neueren Bänden zur deutschen Literaturgeschichte der Klassik und Romantik entschuldigt sich gelegentlich ein Autor, daß er die Schriftstellerinnen so wenig beachtet habe; ein anderer behandelt sie ohne besondere Bemerkung als marginal: Rahel Varnhagen, Karoline von Günderode, Sophie Mereau, Bettina von Arnim und andere. Aber auch die akademisch sozialisierten Frauen haben die Blickwendung vom Rand in die Mitte erst lernen müssen; in Saarbrücken waren es in den frühen 80er Jahren die AStA-Studentinnen, die mir dabei halfen. An weiteren Umschreibungen wird es nicht fehlen. (Eva D. Becker, aus dem Nachwort)

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