Steinschleuder und glatte, runde Steine

Ein Menetekel

Menetekel sind heute wohl hauptsächlich in den Kommentarspalten der Zeitungen zu finden. Die Kommentatoren bedienen sich auffällig gern der Redewendungen, die uns aus der Bibel überkommen sind. Wenn es um Vorzeichen für schlimme Ereignisse geht, nennen sie das oft ein »Menetekel«.

Das Wort geht auf das biblische Buch Daniel zurück. Dort wird erzählt: Der babylonische König Belschazzar veranstaltet ein großes Festgelage. Dabei lässt er Gefäße herholen, die er aus dem Jerusalemer Tempel geraubt hat. Das mächtige babylonische Reich hatte kurz zuvor den kleinen jüdischen Staat erobert. Aus Übermut lässt der König die heiligen Gefäße als Trinkbecher missbrauchen. Kurz darauf sieht er, wie eine geisterhafte Hand etwas an die Palastwand schreibt: »Mene mene tekel u-parsin.«

Daraus wurde später in der Literatur das Menetekel. Der genaue Sinn dieser rätselhaften Worte ist bis heute unklar. Ein Jude, der sich am babylonischen Hof aufhielt, der weise Daniel, deutet die Schrift der geisterhaften Hand so: Die Herrschaft des Belschazzar geht zu Ende, das Reich zerfällt. Lapidar heißt es im Buch Daniel: »Noch in derselben Nacht wurde Belschazzar, der König der Chaldäer, getötet.«

Dan 5,25

Quellen

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