Papst Benedikt XVI mit ausgetretckter Hand in weißem Gewand mit Pileolus (Mütze).

Papst Benedikt XVI.

Biographie

Benedikt XVI. (* 16. April 1927 in Marktl am Inn), mit bürgerlichem Namen Joseph Aloisius Ratzinger, war der 265. Papst in der Geschichte der katholischen Kirche. Er war nach rund 482 Jahren der erste deutsche Papst auf dem Stuhl Petri und zweiter Papst der Geschichte, der freiwillig von dem Amt zurücktrat. Seine Amtszeit dauerte von April 2005 bis Februar 2013.

Die Lebensstationen von Benedikt XVI.

Joseph Ratzinger begann im Jahre 1946 ein Theologiestudium, zunächst an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising und später an der Universität München. Im Juni 1951 erhielt er in Freising die Priesterweihe.

Ratzinger entschied sich für eine wissenschaftliche Laufbahn und promovierte im Jahr 1953 zum Doktor der Theologie. Vier Jahre später war er als Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising tätig und lehrte in den folgenden Jahren auch an den Universitäten Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg.

Im Jahre 1962 begleitete Ratzinger den Kölner Kardinal Josef Frings zum 2. Vatikanischen Konzil und wurde zu einem der bedeutendsten Konzilberater und Konzilstheologen.

Im März 1977 folgte die Ernennung Joseph Ratzingers zum Erzbischof von München und Freising und im Mai desselben Jahres erhielt er die Bischofsweihe. Im Juni 1977 wurde Ratzinger von Papst Paul VI. in das Kardinalskollegium aufgenommen und vier Jahre darauf zum Präfekt der Römischen Glaubenskongregation ernannt, was ihn für mehr als 20 Jahre zum engsten Mitarbeiter des Papstes machte. Von 2002 bis 2005 war er Dekan des Kardinalkollegiums.

Am 19. April 2005 wurde Ratzinger dann als Nachfolger von Papst Johannes Paul II. zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. Es kam allerdings am 28. Februar 2013 zum freiwilligen Rücktritt aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und der damit zusammenhängenden schwindenden Kraft.

Die Enzykliken von Papst Benedikt XVI.

Benedikt XVI. veröffentlichte insgesamt drei eigene Enzykliken und eine in Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Papst Franziskus, der die begonnene Enzyklika beendete. Das war das erste Mal in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche, dass eine Enzyklika zweier Päpste veröffentlicht wurde.

2006: Deus caritas est (»Gott ist Liebe«)

Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI. besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist eine theologische Grundsatzreflexion, in der zum einen das Wesen der Liebe sowie die innige Verbindung zwischen der Liebe Gottes und der Realität der menschlichen Liebe aufgezeigt wird. Der zweite Teil hat die praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe in der Kirche zum Thema.

2007: Spe salvi (»Auf Hoffnung hin [sind wir] gerettet«)

In diesem Text schreibt Papst Benedikt XVI. über weltliche Zukunftsverheißungen sowie blinde Fortschrittsgläubigkeit und erklärt diese für unzureichend.

2009: Caritas in veritate (»Die Liebe in der Wahrheit«)

Die Sozialenzyklika geht konkret auf die Verzerrungen und Missstände in den Wirtschafts- und Währungssystemen ein. Kernthese dieser Enzyklika ist, dass gerechte Wirtschaftsordnung nur als ganzheitliche Entwicklung in Liebe und Wahrheit funktionieren kann.