Kreisförmiges Kuppelwandgemälde mit Jesus und Bibel in Blau und Gold gehalten.

Was sind eigentlich Ikonen?

Enstehung und Bedeutung der Heiligenbilder

Ikonen sind kunstvolle Heiligenbilder, auf denen Jesus Christus, die Gottesmutter Maria oder Szenen aus dem Leben von Heiligen dargestellt sind. Hier erfahren Sie mehr über Entstehung und Besonderheiten von Ikonen.

Bedeutung

Unter Ikonen (vom Griechischen »εἰκών« (eikón), was sich mit »Bild« bzw. »Abbild« übersetzen lässt) werden Kultus- und Heiligenbilder der Ostkirchen verstanden, in besonderer Weise die der orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus.

Diese zumeist auf Holz gemalten Bilder (vereinzelt auch als Hinterglasmalerei) sind kirchlich geweiht und sollen ihren Zweck erfüllen, indem sie Ehrfurcht erwecken sowie eine existenzielle Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten herstellen (indirekt auch zwischen dem Betrachter und Gott).

Sie sind dabei nicht Abbildungen weltlicher Natur, sondern vielmehr »Fenster zur himmlischen Wirklichkeit«. Mit der Betrachtung einer Ikone soll man die Gegenwart Gottes erfahren. Sie gilt als Offenbarung ebenso wie das Wort der Bibel. Demnach werden Ikonen in der orthodoxen Kirche weder als Kunstgegenstände noch als Dekoration angesehen, sind aber wesentlicher Bestandteil der Byzantinischen Kunst.

Vereinzelt gibt es Ikonen auch als Hinterglasmalerei. Es ist anzumerken, dass Ikonen und damit die dargestellten Personen zwar verehrt werden können, aber die Anbetung als solche Gott allein vorbehalten ist.

Interpretation von Ikonen

Für das ungeübte Auge sehen die meisten Ikonen gleich aus, so dass es manchmal schwierig sein kann zu erkennen, welcher Heilige dargestellt ist. Wenn man die Beischriften (in meist griechisch, russisch, lateinisch oder altslawisch) entziffern kann, ist es natürlich einfacher. Doch gibt es noch andere Merkmale, an denen man die Ikonen unterscheiden kann.

Besitzt die dargestellte Person keinen Heiligenschein und ist kein Kürzel angegeben, handelt es sich meist um Nebenfiguren und keine Heiligen. Jesus Christus erkennt man häufig an den drei Kreuzbalken in seinem Nimbus (Heiligenschein). Zwischen diesen befinden sich meist die griechischen Buchstaben Omikron, Omega und Ny. Dieses »O On« bedeutet »der ewig Seiende«. Diese Buchstaben finden sich auch im Heiligenschein des äußerst seltenen Motiv des Gottvaters. Der Unterschied zur Christusdarstellung besteht darin, dass der Nimbus manchmal dreieckig dargestellt ist – ein Hinweis auf die Heilige Dreifaltigkeit.

 

Klassische Bildthemen von Ikonen

konen kann man grob in drei größere Gruppen einteilen. Die erste Gruppe sind Ikonen mit Jesus Christus im Zentrum. Die zweite Kategorie sind Darstellungen der Gottesmutter Maria. Zur letzten Rubrik zählen Ikonen von Engeln und Heiligen. Des Weiteren gibt es noch einige spezielle Darstellungsformen, zum Beispiel Darstellungen der heiligen Dreifaltigkeit oder Hochfeste des Jahreskreises.

Christus-Ikonen

Im Zentrum dieser Ikonen-Gruppe steht Jesus. Diese Kategorie lässt sich noch einmal in Untergruppen unterteilen. Zum einen gibt es Ikonen, welche Szenen aus dem Leben Jesu (Geburt, Himmelfahrt, Auferstehung u. a.) darstellen. Zum anderen sind da Ikonen, die Christus außerhalb von spezifischen Szenen zeigen. Beliebte Motive sind Christus als Pantokrator (Weltherrscher), als Retter der Seelen oder als Guter Hirte.

Marien-Ikonen

Wie bei den Christus-Ikonen werden auch die ikonischen Darstellungen der Gottesmutter in Ikonen mit Maria im Zentrum und welche mit Szenen aus ihrem Leben (Verkündung, Himmelfahrt) unterschieden. Zu den häufigsten Motiven zählt das »Maria Theotokos«, also Maria als Gottesmutter. Diese Ikonen zeigen nur Maria und das Jesuskind in unterschiedlichen Körperhaltungen. Dabei gibt es sowohl Darstellungen im klassischen Brustbild (nur Kopf und Oberkörper) als auch mit dem gesamten Körper.

Klassischerweise trägt Maria dabei ein Maphorion, also ein Tuch, welches ihr Haupthaar und die Schultern bedeckt. Auf ihrem Arm trägt sie den kindlichen Jesus, welcher die Finger meist in einer segnenden Geste (zwei Finger erhoben) hält.

Engel- & Heiligen-Ikonen

Bei Engel-Ikonen handelt es sich sowohl um die Darstellung der namentlich genannten Erzengel Michael, Gabriel und Rafael, als auch namenloser Engel unterschiedlicher Hierarchien. Besonders Ikonen der Seraphim stechen hervor, da diese Engel in blauer Farbe gezeichnet werden.

Bei den Heiligen-Ikonen bilden die Apostel das häufigste Motiv. Für den Fall, dass die Darstellungen nicht beschriftet sind, können Sie den jeweiligen Apostel anhand einiger Merkmale recht einfach identifizieren. Im Vergleich zur westlich-römischen Tradition, sind dies aber nicht bestimmte Heiligenattribute, sondern die äußerlichen Eigenschaften der jeweiligen Person – wie Mimik, Gestik, Aussehen usw.

Im Laufe der Geschichte und je nach Entstehungsort gibt es verschiedene Darstellungsformen. Orientiert man sich zum Beispiel am Malerbuch des griechischen Athosklosters lassen sich die Apostel meist wie folgt erkennen:

  • Petrus: volles graues Haupthaar, grauer Vollbart, ruhender Blick

  • Paulus: sehr aufgeweckter Blick, kahle Stirn, schwarzes Haupthaar, schwarzes Barthaar

  • Johannes: dargestellt als Greis, weißes Haupt- und Barthaar

  • Andreas: reifer Mann, ergrautes Haupt- und Barthaar, etwas zerzaustes Haar, weit geöffnete Augen, üppige Brauen

  • Jakobus der Ältere: Mann mittleren Alters, dunkler Bart

  • Jakobus der Jüngere: Greis, lockiges Haar, gespaltener Bart

  • Philippus: jugendlicher Mann, ohne Bart

  • Bartholomäus: leicht gräuliches Haar, kurzes Haupt- und Barthaar

  • Matthäus: Greis, langer Vollbart, ausgeprägter Schnurrbart, etwas welliges Haupthaar

  • Thomas: jugendlicher Mann, ohne Bart

  • Simon „Zelotes“: Greis, kahler Kopf, runder Bart

  • Judas Thaddäus: jugendlicher Mann, keimender Bart

  • Matthias: reifer Mann, kahles Haupt.​

Anfertigung von Ikonen

Nach altem Brauch werden Ikonen nicht gemalt, sondern »geschrieben« und ihre Maler werden nicht als Künstler, sondern bewusst als »Ikonenschreiber« bezeichnet, welche in einer speziellen traditionellen Form die alten »Nachrichten« wiederholend »abschreiben«. Die fertigen Ikonen erfahren anschließend eine eigene Weihe, ebenso wie die Priester. In der orthodoxen Liturgie wird übrigens auch der Priester als eine »Ikone Christi« bezeichnet.

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Quellen

  • www.heiligenlexikon.de
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