Silhouette eines Kreuzes auf einem Hügel vor sonnigem Dämmerhimmel.

Die Sonntage der Osterzeit

Von Ostersonntag bis Pfingsten

Nach der 40-tägigen Fastenzeit beginnt mit dem Ostersonntag die österliche Festzeit. Dieser zweite Teil des Osterfestkreises umfasst bis Pfingsten 50 Tage.

Die Sonntage nach Ostern werden in der katholischen und evangelischen Kirche unterschiedlich gezählt und bezeichnet.

Die katholische Zählweise beginnt mit dem Ostersonntag, so dass es bis zum Pfingstfest acht Sonntage in der Osterzeit gibt. Vom Ostersonntag aus werden die Sonntage einfach der Reihenfolge nach bis Pfingsten benannt.

Die evangelische Kirche beginnt die Zählung am Sonntag nach Ostern und endet am Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Somit gibt es im evangelischen Kirchenjahr sechs Sonntage nach Ostern. Die Namen leiten sich aus dem Anfang der Antiphon des Introius des jeweiligen Sonntages ab.

Silhouette eines Kreuzes vor blenndender Sonne.

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Ostersonntage in der katholischen Liturgie

1. Sonntag der Osterzeit: Ostersonntag

2. Sonntag der Osterzeit: Weißer Sonntag

»Quasi modo geniti infantes, halleluja, rationabile sine dolo lac concupiscite, halleluja.« (Verlangt wie neugeborene Kinder nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und Rettung erlangt!) - 1 Petr 2,2

Thema des ersten Sonntags nach Ostern ist die Begegnung des auferstandenen  Jesus mit dem zweifelnden Jünger Thomas.

Am Sonntag nach Ostern wird in der katholischen Kirche traditionell die Erstkommunion gefeiert. Der Name »Weißer Sonntag« leitet sich wahrscheinlich von den weißen Gewändern, die die Getauften in der frühen Kirche nach der Taufe in der Osternacht trugen. Im Jahr 2000 bestimmte Papst Johannes Paul II. diesen Sonntag zudem als Barmehrzigkeitssonntag.

3. Sonntag der Osterzeit: Jubilate Deo

»Jubilate Deo, omnis terra.« (Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde!) - Ps 66,1

Dieser Sonntag ist nach alter Tradition in besonderer Weise dem Lob des Schöpfers gewidmet.

4. Sonntag der Osterzeit: Misericordia Domini (Sonntag des guten Hirten)

»Misericordia Domini plena est terra.« (Erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde.) - Ps 33,5

Am Guthirtensonntag steht das Motiv des guten Hirten im Vordergrund. In vielen Gemeinden wird dieser Tag als Gebetstag um geistliche Berufe begangen.

5. Sonntag der Osterzeit: Cantate Domino

»Cantate Domino canticum novum.« (Singt dem HERRN ein neues Lied.) - Ps 98,1

Dieser Sonntag widmet sich dem Lob Gottes mit Musik und Gesang.

6. Sonntag der Osterzeit: Vocem iucunditatis

»Vocem iucunditatis annuntiate, et audiatur.« (Verkündet es jauchzend, lasst dies hören.) - Jes 48,20

Dieser Sonntag eröffnet die sogenannten Bitttage und wird deshalb auch »Bittsonntag« oder »Rogate« (von lat. rogate: betet/bittet) genannt. Hintergrund dieses Namens sind die Bittprozessionen für eine gute Ernte. An den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt sind diese Prozessionen in den katholisch geprägten lämdlichen Gebieten auch heute noch üblich.

7. Sonntag der Osterzeit: Exaudi Domine

»Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te.« (Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und gib mir Antwort!) - Ps 27,7

An diesem Sonntag stehen zwei Themen im Mittelpunkt: einerseits die Himmelfahrt Jesu und der Abschied von seinen Jüngern, andererseits die Erwartung des Heiligen Geistes und die Zusage Jesu über seinen Beistand bis an das Ende aller Tage.

Pfingstsonntag

50 Tage nach Ostern erinnert das Pfingstfest an die Entsendung des Heiligen Geistes, der den Aposteln die Fähigkeit gab, das Evangelium in verschiedenen Sprachen zu verkünden. Deshalb wird Pfingsten auch der »Geburtstag der Kirche« genannt.

Quellen

www.katholisch.de

www.velkd.de

www.landeskirche-hannovers.de

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