Figur Jesu am Kreuz mit Aufschrift INRI vor unscharfem Lichtermeer.

Die Feier der Osternacht

Die wichtigste Messe im Kirchenjahr

Zu Ostern wird die Feier der Osternacht (Ostermette) entweder am Karsamstag nach Einbruch der Dunkelheit oder in den frühen Morgenstunden des Ostersonntages als »Auferstehungsfeier« gefeiert.

Die heilige Woche erreicht mit der Feier der Osternacht ihren Höhepunkt. In der Osternachtliturgie wird der Auferstehung Jesu Christi von den Toten als Fundament des christlichen Glaubens in ganz besonderer Weise gedacht.

Dabei setzt sich der Ablauf dieser Feier aus vier Teilen zusammen:

Erster Teil: Lichtfeier

Im ersten Teil der Osternacht (Lichtfeier) wird das Osterfeuer entfacht und durch den Priester gesegnet. Am Feuer wiederum wird dann die Osterkerze (diese brennt die gesamte Osterzeit über) entzündet und die eigentliche Liturgie der Osternacht beginnt nun mit dem Einzug in die dunkle Kirche unter dem dreimaligen Ruf »Lumen Christi« (»Christus das Licht«). Dabei entzünden die Gläubigen ihre Kerzen an der Osterkerze. Die Lichtfeier endet mit dem Osterlob (»Exsultet«), das traditionell vom Diakon gesungen wird.

Im Vorderung ein gutes Dutzend brennender dünner weißer Kerzen. Im Hintergrund undeutliche Schemen von Personen.

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Das Exsultet (Osterlob)

Das Exsultet (vom Lat. »es jauchze«) ist das feierliche Osterlob, welches am Anfang der Osternacht vom Diakon (oder alternativ vom Priester)…

Zweiter Teil: Wortgottesdienst

Anschließend folgt ein Wortgottesdienst, bei dem die Kerzen weiter brennen, um nach altem Brauch das Osterlicht (wie früher das Osterwasser) mit nach Hause zu nehmen.

Der Wortgottesdienst besteht aus sieben Lesungen aus dem Alten Testament. Ab der Auferstehungsfeier ertönt nun auch wieder das feierliche Gloria sowie der Halleluja-Ruf vor der Verlesung des Evangeliums, die beide in der Fastenzeit tabu waren.

Während der gesamten Osterzeit erfolgt jeweils am Ende des Gottesdienstes im direkten Anschluss an das »Gehet hin in Frieden« (lat. »Ite missa est«) durch den Priester ein doppelter Halleluja-Ruf, der von der Gemeinde mit einem ebensolchen doppelten Halleluja-Ruf nach dem »Dank sei Gott dem Herrn« (lat. »Deo gratias«) erwidert wird.

Dritter Teil: Tauffeier

Der dritte Teil der Osternachtliturgie ist dann die Tauffeier. Bei dieser wird zuerst das Taufwasser gesegnet/geweiht und danach das Taufversprechen (durch Besprengung der Gläubigen mit Weihwasser) erneuert.

Sofern Taufkandidaten vorhanden sind, wird diesen das Sakrament der Taufe gespendet. Früher stand die Taufe dieser so genannten Katechumenen im Mittelpunkt der Osterfeier.

Vierter Teil der Osternacht: Eucharistiefeier

Den Abschluss der Osternacht bildet schließlich die Eucharistiefeier, die nun wieder das erste Mal seit Gründonnerstag begangen wird.

In der Ostkirche ist im Anschluss an die Osternachtfeier der so genannte Ostergruß üblich, bei dem sich alle gegenseitig mit »Der Herr ist auferstanden«, »Er ist wahrhaftig auferstanden« begrüßen.

Die liturgische Farbe Weiß

Die liturgische Farbe für die Osterzeit bzw. den Gottesdienst zu Ostern ist das Weiß. Weiß ist die Farbe der Festlichkeit und Freude, der Reinheit und des Lichtglanzes der Herrlichkeit Gottes. Sie symbolisiert die Ostersonne, welche Jesus Christus ist.

Weiß steht für die Fülle allen Lichtes und aller Farben. Um den besonderen Rang von Ostern zu unterstreichen, werden die weißen Gewänder (Paramente) oft durch goldene Ausschmückungen ergänzt.