Bleuchtete Kuppel des Petersdoms mit Kreuz und zwei Nebenkuppeln in der Dämmerung.

Dietrich Bonhoeffers erste Romreise

6. bis 19. April 1924

Tagebuch aus dem Zentrum der katholischen Kirche

»So ging es am dritten April denn endlich los. In Berlin hatte ich eine Arbeit begonnen, die ich in Rom fortsetzen werde. Die Fahrt ging über München, Kufstein, Brenner, Bozen, Verona, Bologna, Florenz, nach Rom. Wenn man zum erstenmal die Grenze nach Italien überschreitet, ist es einem eigenartig zumute. Die Phantasie fängt an, sich in Wirklichkeit zu verwandeln. Wird es wirklich schön sein, alle Wünsche erfüllt zu sehen? [...]«

Bonhoeffer: Italienreise, S. 35-36

Im April 1924 reiste Dietrich Bonhoeffer, damals gerade erst 18 Jahre alt, zusammen mit seinem Bruder Klaus nach Italien. Rom und die klassiche Antike spielten in seiner Zeit am Gymnasium eine wichtige Rolle. Karl August von Hase, Dietrichs Urgroßvater, hatte die Stadt zwanzigmal besucht. So wuchs in Dietrich Bonhoeffer die Sehnsucht nach Italien, einem klassischen Reiseziel des gebildeten Bürgertums. Die beiden Brüder besuchten die üblichen Touristenattraktionen wie das Kolosseum, die Sixtinische Kapelle, den Petersdom oder das Trajansforum.

Doch der Besuch lenkte den Blick des jungen Theologiestudenten auch auf eine ganz andere Frage: »Was ist die Kirche?« Er besuchte zahlreiche Messen und ihn beeindruckte der Gesang der Chorknaben in St. Peter. In der Hauptkirche der katholischen Christenheit erfuhr er erstmals die weltumspannende Dimension der Kirche.

Bonhoeffers Offenheit für den Katholizismus war untypisch für seine Zeit und seine kulturprotestantische Prägung. Doch das Erleben der Einheit der Kirche über Rassen- und Ländergrenzen hinweg - der Gedanke der Universalität der Kirche - veränderte Bonhoeffers Leben und Denken nachhaltig. Die Erlebnisse in Rom führten auch zu seinem Engagement in der noch jungen ökumenischen Bewegung.

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Stationen der beiden Romreisen im April und Mai 1924 und können so mit Zitaten aus dem persönlichen Reisetagebuch des evangelischen Theologen und Bildern des heutigen Roms auf den Spuren Dietrich Bonhoeffers wandeln.

Die hier und auf den folgenden Seiten verwendeten Zitate sind im Wortlaut entnommen aus:

Bonhoeffer, Dietrich: Italienreise. Mit Einleitung von Fulvio Ferrario. (1. Aufl.) Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh, 2012.

Autorin: Julia Eydt

Blick über die Stadtlandschaft Roms vom Pincio Hügel.

6. April: Pincio, Petersdom, Kolosseum, Forum Romanum und Septimus-Severus- Bogen

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Die Ausgrabungsstätte des Forum Romanum mit diversen Säulen und Bögen.

7. April: Palatin und Kapitol

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8. April: Pantheon, Diokletiansthermen, Basilika San Pietro in Vincoli und Santa Maria Maggiore

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9. April: Sixtina, Ponte Milvio und Abendessen an der Fontana Trevi

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10. April: Santa Maria sopre Minerva, San Giovanni in Laterano und Kallistus-Katakombe

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11. April: Villa Borghese, Trajansforum und Basilika San Paolo

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12. April: Santa Maria della Concezione dei Cappuccini und Palazzo Barberini

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13. April: Santa Trinità dei Monti unterhalb der Spanischen Treppe

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14. April: Cortile del Belvedere (Vatikanische Museen)

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15. April: Musei Capitolini

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Bleuchtete Kuppel des Petersdoms mit Kreuz und zwei Nebenkuppeln in der Dämmerung.

16. April: Villa Farnesia und Il Gesù

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17. April: Gründonnerstag in St. Peter

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19. April: San Nicola da Tolentino

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