Kinderhand fast in Becken mit bunt schimmerndem Wasser,

Christliche Taufsymbole

Ursprung und Bedeutung

Weshalb sind das Kreuz und das Wasser so wichtige Element des Christentums? Wo liegen ihre Ursprünge? Was symbolisieren diese Zeichen?

Das Kreuzzeichen – das kürzeste Glaubensbekenntnis

Schon bei den ersten Christen gehörte das Kreuzzeichen zu den wichtigsten Ritualen und bei der Taufe darf es natürlich nicht fehlen: Zu Beginn des Taufgottesdienstes bezeichnen der Pfarrer, die Eltern und die Taufpaten die Stirn des Täuflings mit dem Kreuzzeichen. Mit dieser Geste bekennen sich Christen zur Dreifaltigkeit Gottes – es ist das kürzeste Glaubensbekenntnis aller getaufter Christen. Dem Kind wird damit ein Glaubenszeichen geschenkt, dass die Eltern jeden Tag wiederholen und damit lebendig halten können, beispielsweise beim Gute-Nacht-Sagen.

Das (Weih-)Wasser – das wichtigste Taufsymbol

Das Wasser steht für das Leben an sich und wird im christlichen Glauben oft mithilfe dreier Wellenlinien übereinander dargestellt. Mit dem Wasser wird die Erneuerung des Lebens, das mit der Taufe beginnt, verbunden. Gleichermaßen steht das Wasser symbolisch für die Reinigung von der Sünde und für das Abwaschen des alten Lebens.

Durch das Segnen des Wassers in der Kirche wird es zu einem besonderen Wasser, dem Weihwasser, und erst dann kann damit getauft werden. Weil es das wesentliche Element der Taufe ist, ist das Wasser auch das wichtigste Taufsymbol. Auf vieles andere könnte man in einem Notfall verzichten, auf das Wasser nicht.

Die Taufkerze – das Licht Christi

Die Taufkerze ist eine meist schön verzierte große Kerze, die das erste Mal während des Taufgottesdienstes an der Osterkerze entzündet und dem Täufling geschenkt wird. So wird symbolisch das Licht Christi an den Täufling weitergegeben und an die Worte Jesu erinnert: »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.« (Joh 8,12)

Im weiteren Leben kann die Kerze an besonderen Anlässen entzündet werden: Zum Geburtstag, am Namenstag, zur Erstkommunion, zur Firmung oder zur Hochzeit erinnert die Taufkerze an die Verbundenheit mit Gott.

Das Taufkleid – Christus im Gewand

Das Taufkleid ist ein weißes Kleidungsstück, das traditionell erst während des Taufgottesdienstes angezogen wird. Erst wenn der Täufling mit dem Weihwasser getauft wurde und somit sein neues Leben als Christ beginnt, dann wird als nächster Teil des Rituals das Taufkleid angezogen. Die weiße Farbe des Taufkleides erinnert symbolisch an die Unschuld, die diesen Neubeginn kennzeichnet. Zusätzlich erinnert das Anziehen des weißen Taufkleides an Paulus’ Worte: »Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Jesus Christus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.« (Gal 3,26-27)

Aus pragmatischen Gründen wird das Taufkleid manchmal den ganzen Tag, also auch schon vor dem Gottesdienst, getragen: Da es – ähnlich der Hochzeitskleidung – nur an einem einzigen Tag getragen wird, soll es sich lohnen. Zudem ist das Anziehen mit der Hinwendung zur Säuglingstaufe schwieriger geworden: Ein Baby mitten im Gottesdienst leise, womöglich sogar feierlich an- bzw. umzuziehen und im besten Fall ohne lautstarke Konsequenzen, das ist, gelinde gesagt, eine Herausforderung.

Das Chrisam – Christus, der Gesalbte

Um Verwirrungen vorzubeugen: In der deutschen Sprache kann man laut Duden sowohl das als auch der Chrisam sagen. Ebenso wie in der Grammatik gibt es bei der Bedeutung mehrere Möglichkeiten:

Einerseits bezeichnet Chrisam ganz konkret die wohlriechende Ölmischung, mit der ein Täufling gesalbt wird. Chrisam besteht zumeist aus Olivenöl, dem beispielsweise Myrrhe und Weihrauch beigemischt wird. Andererseits ist »chrisam« ursprünglich ein altgriechisches Wort und eine mögliche Übersetzung davon lautet »ich salbe«. In dieser Variante ist also die Praxis der Salbung, das Ritual selbst gemeint.

Aber auch »Christus, der Gesalbte« lässt sich aus dem Altgriechischen ableiten und ist somit Referenz und Erklärung der Taufe: Die Täuflinge sind nun ebenso gesalbt wie Jesus, sie gehören zu ihm und teilen ihren Glauben mit anderen Menschen, so wie er es tat.

Der Fisch als Erkennungszeichen der Christen

Der christliche Glaube war nicht immer geduldet. Die Geschichte der drei Religionsgemeinschaften, die unter dem Namen Christentum zusammenfallen, ist u. a. geprägt von Verfolgung und Ablehnung. Dort wo Religion nicht frei gelebt werden darf, finden Gläubige oft versteckte und verschleierte Wege, um miteinander zu kommunizieren.

Eine alte Geschichte erzählt davon, dass der Fisch das Symbol war, das die frühen Christen verwendeten, um sich einander zu erkennen zu geben. Den frühen Gebrauch des Symbols bestätigen Motive auf Wandmalereien und Bilder, die der frühchristlichen Kunst zuzuordnen sind.

Zudem ist das Fischsymbol auch mit der Speisung von fünftausend Hungrigen durch Jesus verknüpft. Gottes Sohn vermochte es, mit nur fünf Gerstenbroten und zwei Fischen so viele Menschen zu nähren.

An all dies soll uns heutzutage dieses Symbol erinnern. Es steht seit Urzeiten für die Gemeinschaft der Christen. In diese wird der Täufling aufgenommen. Wenn man die Bedeutung des Zeichens kennt, erscheint die Botschaft umso stärker.

    Die Taube - Das älteste Taufbildmotiv

    Enger noch als der Fisch ist die Taube mit der Taufe verknüpft. Eine herabschwebende Taube gilt als das älteste Bildmotiv, das mit Taufen in Verbindung gebracht werden kann. Noch heute findet man sie auf manchen Taufurkunden. Das kommt daher, dass die Taube für den Heiligen Geist steht, der bei der Taufe auf den Täufling übertragen wird.

    Die Wahl des Tieres ergibt sich aus dem Matthäusevangelium 3,6, in dem die Taufe Jesu im Fluss Jordan mit folgenden Worten beschrieben wird: »[Es] tat sich der Himmel auf und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabschweben«.

    Außerdem steht die Taube auch für den Frieden, den Gott mit den Menschen schloss. Nachdem eine Taube mit Ölzweig im Schnabel die Arche erreichte, sank das Wasser. So erkannte Noah sie als Zeichen des Friedens.